„Durch die Integration der konventionellen, der komplementären und der Vedischen Medizin steht ein umfassendes, vollständiges theoretisches und praktisches Wissen zur Verfügung, das alle Gesundheits- und Lebensbereiche umfasst und abdeckt – eine ganzheitliche, moderne „Wissenschaft vom Leben“.

Dieses ganzheitliche medizinische Weltbild eröffnet ein neues Kapitel unseres modernen Gesundheitssystems — die Möglichkeit der Schaffung einer krankheitsfreien, gesunden Gesellschaft auf der Basis einer integrativen Bewusstsein-basierten Medizin.“

Lothar Krenner, Arzt für Allgemeinmedizin, Wien

„Tatsächlich hat die Beschreibung eines einheitlichen Feldes des Bewusstseins durch die jahrtausendealte Vedische Wissenschaft zur These geführt, dass dieses einheitliche Bewusstseinsfeld und das einheitliche Feld der modernen theoretischen Physik identisch sein könnten - was einen möglichen Rahmen für ein vollständig integriertes Verständnis sowohl der subjektiven als auch der objektiven Existenz bietet."

John Hagelin, Physiker, Maharishi International University - MIU.edu, USA; Internationaler Präsident Global Union of Scientists for Peace; GUSP.org

„Die alte Vedische Wissens-Tradition bietet die Grundlage für eine genaue und umfassende Wissenschaft des Bewusstseins.“

Tony Nader, M.D., Ph.D. in Neuroscience (MIT), former researcher at the Institute of Neurology, Harvard Medical School; Präsident der Maharishi International University – MIU.edu, USA. „Consciousness is all there is“ (2024), Hay House Verlag, New York

3. Ursachen und Auswirkungen

Die moderne Lebens- und Arbeitssituation stellt mehrheitlich eine Belastung für die Gesundheit dar. Auch die enge Verbindung, Interaktion und Abhängigkeit zwischen menschlichem Leben und der natürlichen Umwelt ging in unserer modernen Gesellschaft zu einem großen Teil verloren. Die vom Menschen geschaffene technologische und synthetische Umwelt wird zu einem pathogenetischen, krankheitsunterstützenden Faktor (→ Abschn. 2.2.3, Sick-Building-Syndrom).

Das materielle Weltbild fördert einen Lebensstil, der Mensch und Natur als ein voneinander getrenntes, mechanisches, maschinenähnliches System betrachtet; die Ganzheitlichkeit, Vernetzung und geistig-spirituelle Qualität des Lebens rückt deutlich in den Hintergrund. Die das Leben auf Objektivität, Reduktion und Materie beschränkende klassische Naturwissenschaft hat einen ursächlichen Anteil an dieser Entwicklung.

3.1. Das wissenschaftliche Modell der gegenwärtigen Mainstream-Medizin

Das naturwissenschaftliche Weltbild der konventionellen Medizin, das die Grundlage des derzeitigen Gesundheitssystems bildet, betrachtet das Leben aus einer objektiven Sichtweise und reduziert es damit auf Mess- und Wägbares. Es entsteht ein Modell vom Leben, in dem wesentliche Eigenschaften des Lebens ausgeklammert werden (Pietschmann in Frass und Krenner 2019, S. 23 ff.; Frass und Krenner 2019, S. 4 ff.) (s. Paradigmenwechsel in der Wissenschaft, → https://MedizinDerZukunft.org/a).

Mit der objektiven, naturwissenschaftlich orientierten Medizin wurden wichtige Entwicklungsprozesse v. a. im technologischen, apparativen Bereich vorangetrieben. Die Subjektivität, d. h. die Einmaligkeit und Ganzheitlichkeit lebender Systeme, wurde dabei allerdings deutlich in den Hintergrund verschoben.

Das Leben kann nicht ausschließlich objektiv gelebt werden. Ein Missverständnis wäre es daher, wenn die Erkenntnisse des auf Objektivität reduzierten wissenschaftlichen Modells als die „absolute Wahrheit” angesehen und auf alle Bereiche des Lebens übertragen und auf sie angewendet würden – dies gilt auch und besonders für das Gesundheitssystem.

Das derzeitige ausschließlich auf klassische Naturwissenschaft gegründete Medizinsystem wird der Ganzheitlichkeit des Lebens nicht gerecht – es kann daher nicht ausreichend effizient sein.

3.2. Erkenntnisse aus der modernen Physik

Die Entwicklung der modernen Physik von der klassischen Physik zur Quantenmechanik wurde im Weltbild der konventionellen Medizin bisher nicht nachvollzogen: Die Entwicklungsprozesse, die das Weltbild der Physik radikal verändert haben, werden im Leben generell und auch in der Medizin nach wie vor nicht berücksichtigt (s. Pietschmann, 2.6., Zitate und Frass und Krenner 2019, S. 45-90).
Die moderne Physik spielt zwar eine wichtige Rolle in den Anwendungsbereichen der konventionellen Medizin, z. B. bei den Technologien der Apparatemedizin, bei Robotics und im IT-Bereich. Das reduzierte, mechanistische Weltbild der Medizin, das sich im Denken der Menschen widerspiegelt, blieb jedoch im 19. Jahrhundert stehen.

Die konventionelle Medizin ist eine auf der klassischen, materiellen Sichtweise beruhende Wissenschaft. Dieses Weltbild, in dem der Mensch als Maschine betrachtet wird, deren Teile reparabel bzw. austauschbar sind, reicht zur Lösung der gravierenden Probleme im Gesundheitssystem nicht mehr aus.

Ein Beispiel dafür ist die COVID-19-Pandemie, die dies deutlich vor Augen geführt hat: ein einzelnes Virus stand weltweit im Mittelpunkt (Isolationsverordnungen, Politik der Angst, wissenschaftlicher Dogmatismus, fehlende ganzheitliche gesundheitsfördernde Maßnahmen). Das ganze Leben musste sich diesem Konzept unterordnen, mit umfangreichen negativen Auswirkungen – einerseits den sozialen Polarisierungstendenzen in der gesamten Gesellschaft und andererseits den seelischen und körperlichen Belastungen der einzelnen Menschen, an deren negativen Folgen manche noch lange Zeit zu leiden haben werden (Wissenschaftliche Initiative „Gesundheit für Österreich” 2022-2024).

Wie schon ausgeführt, besteht kein Zweifel daran, dass die Objektivierung der Welt große technologische Fortschritte gebracht hat. Der Fehler war nicht der Fortschritt, sondern der Glaube, dass sich aus der Reduktion des Lebens auf ein begrenztes Modell absolute Wahrheiten über das Leben ableiten ließen, die dann mit einem Unfehlbarkeitsanspruch dem gesamten System und der gesamten Gesellschaft aufgezwungen werden könnten.

Es muss in der gegenwärtigen Mainstream-Naturwissenschaft ein Bewusstsein geschaffen werden, dass das durch Reduktion erlangte naturwissenschaftliche Wissen nicht vollständiges Wissen sein kann – es wird immer isoliertes Teilwissen vom Leben bleiben. Daraus ergibt sich die Problematik der naturwissenschaftlichen Medizin mit allen ihren Nebenwirkungen (Pietschmann 2013; Frass und Krenner 2019, S. 4 ff.)

Nur weil es eine riesige Zahl an medizinischen Universitäten, Krankenhäusern, Arztpraxen, Therapieeinrichtungen und ein Heer an Gesundheitspersonal gibt, in denen großteils die auf Modelle reduzierte Wissenschaft gelehrt und in der Praxis angewandt wird, ist es nicht intelligent, dass für die Lösung der Probleme, die durch dieses Teilwissen entstehen, wiederum nur dieses Teilwissen angewendet werden darf.

Solange diese Situation innerhalb der modernen Medizin zwischen hoch technisierten Apparaturen einerseits und der fehlenden Entwicklung des ganzheitlichen Denkens und Handelns der beteiligten Menschen andererseits besteht, wird auch ein noch so modernes, evidenzbasiertes Gesundheitssystem seinen Aufgaben nicht umfassend gerecht werden und nicht erfolgreich sein können.

3.3. Die Folgen

In einer Gesellschaft, in der ein größerer Teil der Menschen nicht gesund lebt, stressbelastet ist, sich ungesund ernährt, sich zu wenig körperlich bewegt und gesundheitsbelastenden Umgebungseinflüssen ausgesetzt ist, kann nicht erwartet werden, dass eine Medizin, die sich primär auf die Objektivität beschränkt und keinen systematischen, ganzheitlich entwickelnden Einfluss auf das Denken und Gesundheitsverhalten der Menschen hat, den Gesundheitszustand der Bevölkerung dauerhaft verbessern kann. Sie läuft den Herausforderungen hinterher.

Wie Erkenntnisse aus dem Bereich der Gesundheitsökonomie zeigen, ist das Gesundheitssystem mit seinen Gesundheitseinrichtungen nur zu einem kleineren Teil für den Gesundheitszustand der Bevölkerung verantwortlich; ein Großteil wird durch die Situation in der Schule, am Arbeitsplatz und im privaten Bereich beeinflusst (Offermanns 2011).

Auch wenn es bereits oft und von vielen Seiten zum Ausdruck gebracht wurde, so sei es hier nochmals betont: Ein effizientes, modernes Gesundheitssystem muss sich primär an der Prävention, der Verhütung von Krankheiten, orientieren (Früherkennung ist zwar wichtig, aber nicht ausreichend). Das heißt, es wird dringend mehr Offenheit für grundlegend neue Medizin- und Lebenskonzepte benötigt, um den Menschen einen effizienten, einfachen und praxisorientierten Zugang zu den Themen Gesundheit und gesunder Lebensstil zu ermöglichen. Nur so kann der zunehmenden Herausforderung durch die Lebensstil-Pandemien effizient entgegengewirkt werden.

Die Medizin der Zukunft muss einerseits die Fortschritte der konventionellen, naturwissenschaftlichen Medizin absichern und andererseits ganzheitliche, gesundheitsfördernde Lebenskonzepte integrieren.

Das moderne Leben steht vor einem epochalen Phasensprung – der Integration des objektiven und subjektiven Wissensansatzes hin zu einer „ganzheitlichen Wissenschaft vom Leben”.

Symptombekämpfung durch weitere Spezialisierung, Technisierung, Ökonomisierung und Rationalisierung allein wird nicht zu einer kausalen Problemlösung führen. Wenn man sich daher Gedanken macht über eine effiziente Medizin der Zukunft, geht es primär um die Förderung von ganzheitlichen Wissenschafts-, Lebens- und Gesundheitsmodellen. Über diese Modelle, die zum Großteil bereits zur Verfügung stehen, zu informieren, ist u. a. das Ziel dieses Buches.